Gold ist eines der beliebtesten Edelmetalle. Nicht nur für die schöne Optik sowie die Verarbeitung zu Schmuckstücken ist Gold bekannt, sondern auch als Geldanlage. Doch ist Gold als Geldanlage wirklich eine so gute Idee?
Ob in der Antike oder im Wilden Westen – Gold erfreute sich schon immer großer Beliebtheit. In zahlreichen literarischen Werken, wie beispielsweise in Goethes Faust, wird das gelbe Edelmetall thematisiert.
Bis heute wurden rund 190.000 Tonnen Gold gefördert. Gar nicht so einfach, sich eine solche Menge vorzustellen, oder? Stellen Sie sich ein mittelgroßes Einfamilienhaus vor. Das Volumen eines solchen Hauses entspricht ungefähr der bisher geförderten Menge an Gold – also rund 190.000 Tonnen.
Fast das gesamte bisher geförderte Gold ist bis heute erhalten. Sei es als Goldbarren in Banktresoren, als Zahngold, als Ausstellungsstücke in Museen oder eben als Geldanlage von Millionen Privatleuten.
Eine Studie aus dem Jahr 2021 zeigt: Rund 28,9 Millionen Deutsche besitzen gemeinsam mehr als 9.000 Tonnen Gold. Das entsprach damals einem Wert von etwa 616 Milliarden Euro.* Eine beeindruckende Summe, die zeigt, welche Rolle Gold als Geldanlage für Privathaushalte spielt.
* Quelle: presseportal.de
Sehen wir uns die Entwicklung des Goldkurses an. Auf den ersten Blick könnte man denken: ja. Doch eine genauere Betrachtung lohnt sich.
Die Feinunze Gold kostete:
im Jahr 1900 durchschnittlich 18,96 US-Dollar
im Jahr 2000 durchschnittlich 279,11 US-Dollar
im Jahr 2023 rund 1.918,40 US-Dollar
im Jahr 2025 durchschnittlich bereits über 2.870 US-Dollar – und in Euro zeitweise sogar mehr als 3.000 € pro Feinunze
Rein rechnerisch also eine gewaltige Preissteigerung. Aber lässt Sie das automatisch wohlfühlen, Ihr Geld langfristig in Gold anzulegen? Vorsicht, der schöne Schein kann trügen.
Im Jahr 1900 belief sich der Preis für die Feinunze Gold im Durchschnitt auf 18,96 US-Dollar. Das durchschnittliche Jahresgehalt der Deutschen betrug damals rund 796 Mark. Da die Reichsmark auf dem Goldstandard beruhte, entsprach eine Mark ca. 0,36 Gramm Gold. Vom damaligen Jahresgehalt konnten Sie also etwa 9 Feinunzen erwerben.
Mit der Weltwirtschaftskrise änderte sich vieles. 1940 war der Goldpreis bereits um 50 % gestiegen. Zudem wurde der private Goldbesitz sowohl in den USA als auch im nationalsozialistischen Deutschland stark eingeschränkt.
Wer vor dem Zweiten Weltkrieg dennoch Gold erwerben konnte, hätte sich mit dem Jahresdurchschnittseinkommen rund 16 Feinunzen leisten können.
1965 sah die Situation wieder anders aus: Bei einem Kurs von 35,27 US-Dollar pro Unze und einem stabilen DM/Dollar-Wechselkurs konnte man mit dem Jahresgehalt fast 66 Unzen Gold kaufen.
Nach der Abkehr vom Goldstandard 1970 stieg der Preis stark an. 1975 lag er bereits bei 160,86 US-Dollar, womit nur noch 55 Unzen pro Jahresgehalt erschwinglich waren.
1980 erreichte die erste große Spekulationswelle ihren Höhepunkt: Der Goldpreis stieg auf 850 US-Dollar pro Feinunze. Das entsprach nur noch 20 Unzen für ein Jahresgehalt.
Erst 2007 erreichte Gold wieder annähernd diesen Wert. Bei einem Kurs von 572 Euro pro Unze entsprach das rund 52 Unzen pro Jahresgehalt – deutlich weniger als 1975. 2019 waren es schließlich sogar nur noch 33 Unzen.
Diese kleine Zeitreise zeigt deutlich: Gold als Geldanlage ist keine verlässliche und sichere Form der Vermögensanlage. Die Entwicklung hängt stark von schwankenden Kursen ab – sowohl vom US-Dollar als auch vom Wechselkurs zum Euro. Hinzu kommt: Gold wirft keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden ab.
Zusätzlich fallen Kaufaufschläge und Verkaufsabschläge an. Einziger Vorteil: Halten Sie Goldbarren oder Goldmünzen länger als ein Jahr, sind die Gewinne aus dem Verkauf steuerfrei.
Dennoch bräuchten Sie viel Glück und einen spekulativen Ansatz, um mit Gold als Geldanlage tatsächlich langfristig Geld zu verdienen.
Sollten Sie Fragen oder Anregungen zu unseren Leistungen haben, freuen wir uns jederzeit über eine Nachricht von Ihnen.
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