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Honorar statt Provision: Unabhängige „Anwälte“ für Ihr Geld

Wenn Sie glauben, dass Sie auf Ihrer Bank kostenlos beraten werden, befinden Sie sich leider auf dem Holzweg.

Und noch einen Irrtum unterliegen viele Beratungssuchende in Geldangelegenheiten: Honorarberater seien nur den Reichen vorbehalten. Warum Sie mit einer Beratung auf Honorarbasis insgesamt mehr Geld sparen, erfahren Sie jetzt.

Das Produkt, das am besten zum Vermittler passt

Honorarzahlungen für Anwalt, Architekt oder Steuerberater werden als normal angesehen. Die Menschen wünschen sich in diesen Bereichen unabhängige Beratung von einem spezialisierten Fachmann oder -frau. Und das ist ja auch gut so. Doch wenn es um eine Geldanlage, die Lebensversicherung oder Hausfinanzierung geht, sind plötzlich viele nicht mehr dazu bereit, sich gegen Honorar beraten zu lassen.

Dabei sind das doch äußerst wichtige Angelegenheiten, die ebenfalls Unabhängigkeit und hohes Fachwissen erfordern! Oder wie sehen Sie das?

Strichmnnchen Serie

Strichmännchen – Datei: #85900451 | Urheber: schinsilord @ fotolia.com

Das macht die Masse

Da gehen die meisten lieber zu Bank, weil sie dort eine vermeintlich kostenlose Beratung erhalten. Dass dies nicht so ist, werde ich Ihnen gleich erläutern. Zuerst einmal möchte ich auf das Offensichtliche hinweisen, dass viele verdrängen: Der Finanzberater auf der Bank ist NICHT unparteiisch und erst recht NICHT uneigennützig! Er berät sie im Auftrag seines Arbeitgebers und wird Ihnen immer, wirklich immer die Produkte andreh … ähh anbieten, die der Bank und letztlich ihm selber das meiste Geld einbringen. Das ist ein unumstößliches Naturgesetz.

Schon alleine aus diesem Grund sparen Sie nichts. Denn Sie werden in den allermeisten Fällen nicht die für Sie günstigste und individuell zu Ihnen am besten passendste Geldanlage bekommen. Sie erhalten also nicht das Produkt, das am besten zu Ihnen passt, sondern das, welches am besten zum Vermittler passt. Bankberater und Geldinstitut verdienen nur dann, wenn Sie deren Produkte kaufen. Und natürlich ist ein Produkt umso interessanter, je mehr Provision es abwirft. Damit auch wirklich genug Geld reinkommt, wird die Provision so berechnet, dass Sie beim Kauf letztlich die Kunden mitfinanzieren, die sich nur beraten lassen, aber nichts abschließen.

Ist das wirklich alles?

Zu allem Schlechten kommt noch hinzu, dass Sie oft nicht nachvollziehen können, wie hoch die Abzüge am Ende wirklich ausfallen. Stiftung Warentest schreibt dazu auf ihrer Website: „Zwar sind die Versicherer schon seit 2008 verpflichtet, Abschluss- und Verwaltungs­kosten in Euro anzu­geben. Dennoch stellen sie die Kosten immer noch so dar, dass auch wir Mühe haben, sie nach­zuvoll­ziehen. Für den Kunden ist die Darstellung dann völlig intrans­parent. Auch sperren sich sowohl Vermittler als auch Versicherer vehement dagegen, die Vermitt­lerprovision offen­zulegen.“

Davon abgesehen kommt es laut Europäischer Kommission bei über 200 Banken in 27 Mitgliedsländern zu einer unangemessenen oder gar falschen Beratung in Geldfragen. Mit erschreckenden Folgen: Zwischen 50 und 80 Prozent (!) der langfristigen Anlagen werden deshalb vorzeitig gekündigt. Insgesamt beläuft sich der Schaden aufgrund fehlerhafter Beratung auf 20 bis 30 Milliarden Euro jährlich.

Panik zeigt, wem die Provisionszahlungen wirklich nutzen

Bei all den genannten Nachteilen einer Beratung auf Provisionsbasis in Ihrer Bank haben wir noch gar nicht das Finanzielle betrachtet.

So zahlen Sie beispielsweise für einen Aktienfonds in Höhe von 10.000 Euro zuerst einmal drei bis fünf Prozent Ausgabeaufschlag und kommen damit schon mal auf 300 bis 500 Euro. Hinzu rechnen müssen Sie nun noch die jährliche Bestandsprovision, die bis zu einem Prozent bzw. in unserem Beispiel 100 Euro betragen kann. Hinzukommen noch die Transaktionskosten, Depotverwahrungsentgelte, Garantiegebühren und die Total Experte Ratio.

Bei einer Lebensversicherung wird’s für Sie als Kunden noch teurer. Fünf Prozent Vertriebskosten sind hier keine Seltenheit. Zahlen Sie einen monatlichen Beitrag von 100 Euro, kommen über 30 Jahre gesehen 1800 Euro Abzüge auf Sie zu. Und das ist eher das Minimum.

Ihre Rendite wird durch die Provisionen in jedem Fall geschmälert. Auch wenn Sie diese nicht direkt zahlen, wie beispielsweise in einer Rechnung an den Architekten, ist das Geld futsch. Oft, wie geschildert, zahlen Sie nicht nur bei Abschluss, sondern die Vergütungen fließen Jahr für Jahr – und das gilt für Zertifikate, Investmentfonds und Kapitallebensversicherungen gleichermaßen.

Das Thema ist äußerst brisant, zumal Brüssel darauf abzielt, die Beratungskosten für die Kunden per Gesetz noch transparenter zu machen. Dann müsste auch der deutsche Gesetzgeber mitziehen und die Honorarberatung in Deutschland auch im Bereich Versicherungen verstärkt fördern.

Für den Bundesverband der Versicherungskaufleute ist dies ein absolutes Schreckensszenario. Dessen Präsident sieht dadurch die Existenz eines ganzen Berufsstandes bedroht. Ich denke, alleine das zeigt deutlich, wem die Beratung auf Provisionsbasis wirklich nutzt – und das sind ganz sicher NICHT Sie als Kunde!

Honorarberatung rentiert sich bereits nach wenigen Jahren

Als Honorarberater sehe ich die Entwicklung in Richtung Beratung auf Honorarbasis mit Freuden. Auch wenn ich in dem Fall parteiisch bin, weil es um meine berufliche Tätigkeit geht, so bin ich in Bezug auf Kundenberatung vollkommen neutral und unabhängig. Zumal es um das Ansehen einer ganzen Berufsgruppe geht, die davon lebt, ihre Kunden absolut individuell, persönlich und ohne Bindung an irgendein Produkt zu beraten.

Denn Honorarberater verstehen sich als Ihr „Anwalt“ in Sachen Geldanlagen. Und genau wie ein Rechtsanwalt vertreten sie ausschließlich die Interessen des Kunden. Natürlich verdienen Honorarberater ihr Geld damit, mit Ihnen und für Sie die maßgeschneiderte Geldanlage zu entwickeln.

Stundensatz

In der Regel liegt der Stundensatz bei 150,- Euro. Für eine umfassende Bedarfsanalyse, das ausführliche Beratungsgespräch und die Vor- und Nachbereitung sollten Sie von etwa fünf Stunden ausgehen, macht in Summe 750,- Euro. Das sind einmalige Kosten – versteht sich. Sie müssen nicht etwa, wie bei den Provisionen, mit jährlichen Zahlungen rechnen. Vielleicht benötigen Sie auch erst einmal nur einen Check – beispielsweise, ob alle Ihre Versicherungen überhaupt notwendig und sinnvoll sind.

Grundsätzlich ist das Honorar geringer, je kleiner das Vermögen ist. Diese Relation ist einerseits fair, anderseits auch logisch: Denn bei einem großen Vermögen ist der Aufwand der Analyse und Beratung natürlich wesentlich größer. In dem Fall können Sie beispielsweise eine Pauschale als festen Monatsbetrag vereinbaren. Da der Honorarberater völlig unabhängig arbeitet, kann er Ihnen auch in vielerlei Hinsicht entgegenkommen. So sind auch Gewinnbeteiligungen möglich.

Ein weiterer Vorteil ist, dass ein Honorarberater auf Sie persönlich eingeht – und Sie auch mal stoppen kann, falls Sie zu emotional oder voreilig entscheiden wollen. Denn Emotionen können bei Geldanlagen überaus sabotierend sein, vor allem, wenn man selbst zu sehr in die Sache involviert ist. Ein „wohlwollender Außenstehender“ dagegen, der noch dazu Fachmann in Geldanlagen ist, kann Sie darauf aufmerksam machen und Sie vor falschen Entscheidungen schützen. Aufgrund der individuellen Beratung haben Sie das gezahlte Honorar in den allermeisten Fällen innerhalb weniger Jahre wieder herein.

Wichtig

Letztlich entscheiden Sie als Kunde, welches Modell für Sie das Beste ist. Schauen Sie dabei bitte auch hinter die Kulissen.
Denn Geld, was Ihnen aufgrund der Provisionen nicht ausgezahlt wird, zahlen Sie genauso wie die Rechnung an den Honorarberater. Nur mit dem Unterschied, dass auf der einmaligen Rechnung alles genau aufgelistet ist, während Sie die Provisionsüberweisung nicht eigenhändig veranlassen sowie deren Höhe nicht einmal
genau kennen.

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