Mogelpackung Fondskosten

Fondskosten: Transparenz? Fehlanzeige!

Beim Verwalten von Fonds entstehen Kosten – das ist völlig legitim. Einige davon werden in der sogenannten TER dargestellt, so dass Sie die verschiedenen Angebote vergleichen könnten – wenn da nicht die gut versteckten und teilweise enorm hohen Aufwendungen wären, von denen der Anleger oft gar nichts weiß. Beim Berechnen dieser Gebühren wird den Fondsgesellschaften freie Hand gelassen.

Diese Kosten werden offengelegt 

Mit der Kennzahl TER (Total Expense Ratio) wird ein Teil der Kostenbelastung eines Fonds dargestellt.

Dazu zählen:

  • Managementgebühr: Diese Verwaltungsgebühr deckt sämtliche Kosten für die Arbeit des Fondsmanagements ab. Zudem ist darin die Gewinnmarge der Fondsgesellschaft enthalten. Die Kosten liegen hier zwischen 1,5 und teilweise über 2,5 Prozent.

 

  • Depotbankgebühr: Die Wertpapiere für einen Fonds werden in einem gesonderten Depot angelegt, wo für Depotführung, das Berechnen der Anteilspreise sowie die Verteilung der Investmentanteile insgesamt 0,1 bis 0,3 Prozent berechnet werden.

 

  • Sonstige Betriebskosten: Hierzu gehören Kosten für den Vertrieb und die Verwaltung eines Fonds wie das Erstellen von Fondsprospekten, Werbung, Rechenschaftsberichte und Wirtschaftsprüfer. Der Anteil dafür kann bis zu 0,3 Prozent betragen.

TER - Total Expense Ratio

Die TER ist ein Hohn

Wenn Sie diese Kosten kennen, können Sie die Fonds zwar schon mal miteinander vergleichen. Doch Sie wissen noch lange nicht, wie viel Ihnen letztlich an Gebühren abgenommen werden – denn die TER legt Ihnen auf gar keinen Fall die Gesamtkostenquote offen – das ist schlicht ein Schwindel. So kassieren die Fondsgesellschaften noch einiges mehr an Gebühren und zwar teilweise enorm hohe Summen. Verbraucherschützer sind der Meinung, dass dies teilweise sogar unrechtmäßig geschieht.

 

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat es bei 50 Fonds überprüft. Das Ergebnis ist eine bodenlose Unverschämtheit:

Es gibt 60 verschiedene Gebühren, die die Fondsgesellschaften ihren arglosen Kunden abknöpfen.

 

Der Raubzug beginnt schon direkt nach dem Kauf – hier liegt er sogar am höchsten. Weiter geht es im ersten Jahr mit bis zu zweistelligen Kostenquoten. In den nächsten Jahren werden Minimum jährlich 2 Prozent abkassiert.

Insofern ist die sogenannte „Offenlegung“ über die TER ein einziger Hohn.

 

Im Prinzip können Sie das Ganze in die Tonne stecken und einen Deckel drüber machen. Die Anleger indes kümmert das Ganze nicht besonders und sie machen es den Fondsgesellschaften leicht, ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Hier ist eindeutig mehr Kostenbewusstsein gefragt – fangen Sie am besten gleich damit an.

Erfahren Sie jetzt, worauf Sie unbedingt noch achten müssen.

Größter Batzen gut versteckt – die Transaktionskosten

Stark in der Kritik steht, dass die Transaktionskosten in der TER nicht genannt werden. Und das, obwohl diese unter dem Strich den größten Gebührenposten eines Fonds ausmachen! Der Anleger wird geradezu bewusst irrgeführt, indem diese Aufwendungen nicht deutlich genannt werden.

Hier müssen Sie bei der jeweiligen Fondsgesellschaft unbedingt nachfragen, wie hoch die Gebühren ausfallen – denn das kann sehr unterschiedlich sein und hängt von den Maklern ab und davon, an welcher Börse gehandelt wird.

Transaktionskosten fallen immer dann an, wenn ein Fondsmanager sein Depot umschichtet.

 

Je häufiger das geschieht, umso tiefer müssen Sie als Anleger in die Taschen greifen. Die Transaktionskosten liegen im Jahr durchschnittlich bei 0,5 bis 3 Prozent des Gesamtdepotwertes. Es gibt allerdings auch einige Ausreißer, bei denen die Anleger traurige 5,7 % an Gesamtkosten zahlen müssen. Die Vertreter der Fondsgesellschaften behaupten dreist, dass diese Kostenangaben leicht zugänglich wären. Das stimmt so nicht!

 

Denn wenn der Anleger herausfinden will, wie hoch die Transaktionskosten ausfallen, muss er tonnenweise Rechenschaftsberichte wälzen. Investmentexperten sagen sogar, dass die wenigsten Fondsgesellschaften selbst in der Lage sind, ihre Transaktionskosten offenzulegen.

Das ist erschreckend und hat meiner Meinung nach nichts mehr mit seriösen Geldanlagen zu tun. Und das schon gar nicht, wenn bei den vielen Transaktionskosten, für die der Anleger blechen muss, am Ende nicht mal eine gescheite Rendite herauskommt.

 

Versteckte Vertriebsprovision: Höhe kann stark variieren

Das Ganze wird „Ausgabeaufschlag“ genannt, ist aber nichts anderes als eine Provision, die Sie an die Fondsgesellschaft beim Kauf von Fondsanteilen zahlen. Beträgt der Rücknahmepreis beispielsweise 100 Euro und der Ausgabeaufschlag wurde mit 5 Prozent festgelegt, zahlen Sie 105 Euro. Tatsächlich angelegt werden aber nur 100 Euro, während die restlichen 5 Euro an Fondsvermittler oder Bank gehen. Sogenannte No-Load Fonds werden grundsätzlich ohne Ausgabeaufschlag angeboten, dafür fällt die Managementgebühr höher aus – achten Sie unbedingt darauf.

Wie hoch die Vertriebsprovision ist, kann jede Fondsgesellschaft beliebig festlegen. Manchmal werden auch Rabatte gewährt, nur die Hälfte oder gar kein Ausgabeaufschlag berechnet.

Allgemein haben sich aber folgende Gebührensätze eingependelt:

 

  • Offene Immobilienfonds: 5 %

  • Aktienfonds: 4 - 6 %

  • Mischfonds: 4 - 6 %

  • Rentenfonds: 2 - 4 %

  • Geldmarktfonds: 0 - 0,5 %

 

Noch etwas ist gut zu wissen: Europäische Fondsgesellschaften verwenden bei der Berechnung des Ausgabeaufschlags den Rücknahmepreis eines Fondsanteils. Hier zahlen Sie pro 100 Euro Fondsanteil 105 Euro. Britische und amerikanische Anbieter legen dagegen den Verkaufspreis zugrunde, so dass Sie beim gleichen Fondsanteil von 100 Euro auf 105,27 Euro kommen.

Erfolgsprämie: Sie „dürfen“ zweimal zahlen

Die performanceabhängigen Gebühren fallen vor allem bei Hedgefonds und manchmal auch bei Aktienfons an und werden berechnet, wenn eine bestimmte Performance erwirtschaftet wird. Somit sind diese Kosten nichts anderes als eine Erfolgsprämie. Diese ist zwar nur bei erzielten Gewinnen zu zahlen, während bei Misserfolgen keine Kosten anfallen.

Hinweis

Dennoch schmälern diese performanceabhängigen Gebühren Ihre Rendite – bei einigen Fonds können das bis zu 20 % sein!

Zudem stellt sich hier eindeutig die Frage, warum Sie als Anleger für etwas bezahlen sollen, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Dass die Fondsmanager Ihr Vermögen vermehren – das ist nämlich ihr Job! Das wäre so, als wenn ein Gärtner für jede Pflanze, die aus einem Samen wächst, eine Erfolgsprämie kassieren würde.

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