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Verbraucherschützer warnen: Finger weg von Fondspolicen

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Von den Anbietern werden fondsgebundene Versicherungsprodukte gerne als besonders renditebringend angepriesen. Alles Quatsch, sagt die Verbraucherzentrale Hamburg auf ihrer Website.

#75541935 | © Arcady - Fotolia.com

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Zu teuer, zu unsicher und zu unflexibel

Die Anbieter von Fondspolicen versprechen hohe Renditen. Nun warnt die Verbraucherzentrale Hamburg vor solchen Produkten.

Deren größter Nachteil: Sie sind zu teuer und zu unsicher.

Zu Beginn kurz eine Erklärung, was mit „Fondspolicen“ eigentlich gemeint ist: Es handelt sich hauptsächlich um Lebens- oder Rentenversicherungen. Die Beiträge, die Sie in solche fondsgebundenen Versicherungsprodukte einzahlen, werden in Investmentfonds bzw. Aktienfonds angelegt. Bei „normalen“ Versicherungen werden für die Geldanlage meist Immobilien oder festverzinsliche Wertpapiere genutzt – was zwar nicht so gewinnträchtig, dafür aber wesentlich risikoärmer ist.

Außerdem erhalten Sie bei einer klassischen Versicherung am Ende eine fest vereinbarte Summe. Das ist bei einer fondsgebundenen Police anders: Hier können Sie zum Ende der Laufzeit keinesfalls mit einem garantierten Betrag rechnen. Auch die Abschluss- und Vertriebskosten sind unverhältnismäßig hoch. Sollten Sie allerdings auf die Idee kommen, vorzeitig zu kündigen, wird Sie das teuer zu stehen kommen. Dann kann Ihnen nämlich über die Hälfte des eingezahlten Kapitals verloren gehen, heißt es von Seiten der Verbraucherzentrale.

Ein weiteres großes Manko von Fondspolicen ist, dass Sie nicht rechtzeitig auf Marktentwicklungen reagieren können. Anleger, die direkt in Wertpapiere investiert haben, sind da wesentlich flexibler. Aus diesem Grund hängen die fondsgebundenen Policen mehr als andere Anlagen stark von Marktschwankungen ab. Das birgt natürlich ein erhöhtes Risiko für die ohnehin risikobehaftete Investition in Aktienfonds.

Zwar können Sie eine Garantie erwerben, dass Sie zumindest die eingezahlten Beträge zurückgezahlt bekommen. Allerdings lieg hier die Betonung auf „erwerben“. Das heißt, Sie zahlen für diese garantierte Auszahlung, was die Produkte noch mehr verteuert und natürlich Ihre Rendite verringert.

Mehr Transparenz statt Motzen

In meinen Augen sollten die Versicherungsgesellschaften sich dieser Kritik annehmen und ihr Angebot entsprechend umgestalten. Doch was machen die Herrschaften stattdessen? Da sie keinen Angriffspunkt in den Fakten der Verbraucherschützer finden, feuern die Versicherer einfach mal wild los auf die Verbraucherzentralen allgemein.

Dabei wäre das Nachdenken über mehr Kundenfreundlichkeit wesentlich angebrachter. Beispielsweise ist mehr Transparenz bei den fondsgebundenen Versicherungsprodukten dringend notwendig, um das Kundenvertrauen wieder herzustellen. Denn wenn Sie eine solche Versicherung abschließen, erhalten Sie keinerlei Informationen darüber, welcher Teil Ihres Geldes in Investmentfonds angelegt wird und was davon für die Abdeckung der Kosten benötigt wird. Auch im Versicherungsverlauf werden Sie darüber stets im Unklaren gelassen. Liegt es einfach nur daran, dass so eine Offenlegung mehr Arbeit macht? Oder haben die Versicherungen Sorge, dass infolge der offengelegten hohen Kosten dann keiner mehr ihre Produkte kaufen würde?

Sollten Sie wissen wollen, wann Sie Ihr Geld zurückbekommen, wenn Sie mit den von der Versicherung getätigten Anlagen unzufrieden sind, wird Ihre Frage höchstwahrscheinlich ins Leere laufen. Denn auch hier sind die Versicherungsgesellschaften alles andere als auskunftsfreudig.

Handelt es sich um gemanagte Fondspolicen, die auf Fondsportfolios basieren, sieht’s noch schlimmer aus: Sie als Anleger erfahren nichts über das Management der Fondspolice, wer sich damit befasst und wie qualifiziert diese Personen überhaupt für diese Aufgabe sind.

Von wegen steuerliche Vorteile

Besonders in Sachen Steuervorteil überschlagen sich die Anbieter geradezu in Lobeshymnen, wenn es um fondsgebundene Policen verglichen mit einer direkten Besparung geht. Hierzu finden sich bei der Verbraucherzentrale Hamburg einige interessante Rechenbeispiele, die das Gegenteil beweisen.

Dazu wurden die Fondspolicen mit einer Direktbesparung des DWS Fonds verglichen:

  • Spitzensteuersatz von 42 Prozent: Lediglich das Angebot EINER einzigen Versicherung schneidet bei den Fondspolicen besser ab als die UNGÜNSTIGSTE Version einer Direktbesparung.
  • Steuersatz von 30 Prozent: Alle fondsgebundenen Produkte wären schlechter als die günstigste Version einer direkten Besparung. Nur ein Versicherungsangebot könnte die mittlere Variante der Direktbesparung überbieten und sechs Produkte wären besser als die ungünstigste Direktversion – allerdings nur, wenn Kostenüberschüsse gebildet werden, was auf sehr wackeligen Füßen steht.
  • Und sogar, wenn Überschüsse entstehen sollten, würden immer noch 12 von 19 Versicherungsangeboten weniger einbringen als die ungünstigste Version einer direkten Besparung. Hier ist der „steuerliche Vorteil“ gleich Null und aufgrund der hohen Kosten kann es sogar ins „Minus“ abrutschen.

 9 Nachteile von Fondspolicen

Fondsgebundene Versicherungsprodukte sind also bei weitem nicht so vorteilhaft, wie Ihnen die Versicherungsgesellschaften vorgaukeln. Im Gegenteil, wirken sie sich in vielerlei Hinsicht nachteilig aus:

  1. Meist erhalten Sie bei diesen Produkten keine Garantieverzinsung. Und wenn doch, lassen sich die Versicherungsgesellschaften diese Garantie teuer bezahlen. Eine Regelung für Höchstbeträge gibt es dabei nicht.
  2. Wenn der fondsgebundene Versicherungsvertrag ausläuft, bekommen Sie in aller Regel nur den Wert der Fondsanteile ausgezahlt, die bis zu dem Zeitpunkt eingekauft wurden. Wenn deren Werte gerade gut stehen, haben Sie Glück gehabt. Sollte zu Vertragsende die Marktlage gerade schlecht sein, haben Sie ein Minusgeschäft gemacht.
  3. Bei einer Vertragskündigung – beispielsweise aufgrund schlechter Anlagepolitik von Seiten der Versicherung oder wegen eines Markteinbruchs – müssen Sie neben den Kursverlusten zudem hohe Verwaltungskosten verkraften. Und Sie erhalten in der Regel nur den sogenannten Rückkaufswert ausgezahlt.
  4. Es kann passieren, dass Ihre fondsgebundene Versicherung an nur wenige Fonds geknüpft ist. Wird dann doch – abhängig von den Angeboten des Versicherers – der Investmentfonds gewechselt, entstehen Ihnen weitere Kosten.
  5. Bei fondsgebundenen Renten-/Lebensversicherungen können Sie nur schwer, wenn überhaupt, erkennen, wie hoch der Kostenanteil ist und was Sie mit Ihren Beiträgen wirklich ansparen.
  6. Zudem ist die vereinbarte Leistung bei Todesfall bei Renten-/Lebensversicherungen meist unzureichend.
  7. Unflexibel sind Sie auch, wenn Sie die Versicherung nicht mehr zahlen können. Es ist Ihnen nicht möglich, die günstigere Renten-/Lebensversicherungen gesondert weiterzuführen. Hätten Sie zwei getrennte Verträge abgeschlossen, könnten Sie den Sparanteil beitragsfrei stellen.
  8. Fondsgebundene Rentenversicherungen sind keine geeignete Altersvorsorge und nur dann für Sie geeignet, wenn Sie ansonsten finanziell gut abgesichert sind.
  9. Das Risiko bei dieser Investition übernehmen Sie alleine, nicht etwa die Versicherung.

Wichtig

Fazit: Fondspolicen machen einen möglichen Steuervorteil durch die hohen Kosten wieder zunichte. Zudem „glänzen“ sie mit hohen Risiken und sind enorm unflexibel. Setzen Sie bei Investments lieber auf ETFs und ein gut aufgefächertes Portpolio. Schließen Sie den Todesfallschutz getrennt von einem Sparprodukt ab. Bevorzugen Sie als Altersvorsorge renditeträchtigere und sicherere Geldanlagen, die in Ihre Lebensplanung und zu Ihrer persönlichen finanziellen Situation passen.


Wichtig

Kurz: Lassen Sie die Finger von fondsgebundenen Versicherungsprodukten!

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Warum Ihnen Ihr Bankberater keine ETF‘s anbietet: https://unabhaengiger-finanzberater.de/warum-ihnen-ihr-bankberater-keine-etfs-anbietet

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