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Immer mehr Anleger setzen bei Fonds auf „Passivität“

Auf den Fondsmärkten der USA gibt es einen klaren Trend: Aktiv gemanagten Fonds wurden 207 Milliarden Dollar entzogen, während passiv gemanagte Fonds einen Zulauf in fast doppelter Höhe verzeichnen konnten. Und auch die deutschen Investoren setzen verstärkt auf Indexfonds. Was die Gründe dafür sind und warum diese Entwicklung eine logische Konsequenz ist, erfahren Sie hier.

Zuerst klären wir noch einmal sicherheitshalber, was unter aktiven und passiven Fonds zu verstehen ist. Denn selbst, wenn Sie sich schon länger mit Geldanlagen beschäftigen, sollten Sie Ihr Wissen diesbezüglich immer wieder auffrischen. Es besteht nämlich sonst die Gefahr, dass Sie betriebsblind werden und dabei die Risiken vergessen, die bestimmte Investitionen verbergen. Von den offenen und versteckten Kosten, die auf Sie zukommen können, mal ganz abgesehen.

#89606950| © Dooder - Fotolia.com

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Aktive Fonds – teuer und erfolglos

Für aktiv gemanagte Fonds sind Fondsmanager zuständig, die festlegen, welche Wertpapiere in den Fonds hineingehören und welche nicht. Dafür analysieren und beobachten sie unentwegt die nationalen und internationalen Märkte. Sie schieben die Aktien hin und her, kaufen und verkaufen und hoffen, dass sie mit ihren Analysen richtig liegen.

Und auch Sie müssen Ihre Hoffnung ganz und gar auf den Fondsmanagern ruhen lassen und sind abhängig von deren Entscheidungen. Doch Ihnen muss klar sein, dass diese vor allem in ihrem eigenen Interesse handeln: Sie werden vornehmlich die Aktien in den Fonds aufnehmen, die ihnen die meiste Provision versprechen. Diese bekommen sie von ihrem Arbeitgeber, so dass beispielsweise Bankberater hauptsächlich aktiv gemanagte Fonds empfehlen, da es für sie selbst und auch für die Bank wesentlich lukrativer ist.

Hinzu kommt, dass natürlich auch ein Fondsmanager nicht in die Zukunft blicken kann. Dennoch heißt es immer wieder, dass aktiv gemanagte Fonds höhere Renditen bringen, weil sie flexibler auf die Marktentwicklungen reagieren können. Ich habe hier schon einige Male darüber berichtet, wie „erfolgreich“ das in Wirklichkeit aussieht: Untersuchungen zeigen immer wieder, dass Fondsmanager nicht in der Lage sind, die Märkte dauerhaft zu schlagen. Also was die Performance betrifft, haben Sie hier schon mal keinerlei Vorteile.

Der größte Minuspunkt ist allerdings, dass sich Fondsmanager ihre Arbeit sehr gut bezahlen lassen – und zwar von Ihnen. Jede Bewegung im Depot müssen Sie zahlen. Leider für nichts – denn wie gesagt: Ihr Ziel, den Markt zu schlagen, erreichen die hochbezahlten Fondsmanager in den allermeisten nicht.

Passive Fonds – kostengünstig und transparent

Passiv gemanagte Fonds bilden einen von Ihnen ausgewählten Index ab, beispielsweise den DAX, in dem die 30 größten deutschen Aktienunternehmen zusammengefasst sind. Dieser Vergleichsindex wird möglichst exakt nachgebildet, ohne dass damit konkurriert werden soll. Das Ganze läuft automatisch ab und ist sehr leicht nachzuvollziehen. Das hat den Vorteil, dass für Sie die Kursentwicklung immer transparent und aktuell zu erkennen ist.

Ein passiver Fonds wird nie seinen eigenen Index schlagen können. Aber er wird auch keinesfalls wesentlich schlechter abschneiden. Dafür haben Sie einerseits weniger Risiko und andererseits eindeutig geringere Kosten. Denn hier müssen Sie keine teuren Fondsmanager bezahlen. Es gibt nur geringe Verwaltungsgebühren, andere Kosten fallen ganz weg. Denn umgeschichtet wird quasi kaum, was bei aktiven Fonds meist einen großen Anteil der Gebühren ausmacht.

Die günstigsten und geläufigsten Indexfonds sind sogenannte ETFs. Diese werden an der Börse gehandelt und sind deshalb vergleichsweise flexibel. Die Fonds können Sie jederzeit verkaufen und kaufen. Ein weiterer Vorteil der ETF-Aktien ist, dass Sie nicht ständig die Märkte beobachten müssen. Denn die börsengehandelten Indexfonds schneiden ähnlich wie der Marktdurchschnitt ab, was Ihnen ständiges Analysieren oder Kontrollieren erspart und damit letztlich weniger Zeit und Nerven kostet.

Bankberater empfehlen aus oben genannten Gründen lieber aktiv gemanagte Fonds. Hier müssen Sie konkret nachfragen, wenn Sie in einen ETF oder ähnliches investieren wollen. Das Interessante dabei ist, dass laut Experten die Damen und Herren Bankberater gerne selbst passiv gemanagte Fonds in ihren Depots haben. Das sagt doch schon alles, oder?

US-Investoren setzen ihr Geld auf’s „passive Pferd“

All das macht deutlich, dass passiv gemanagte Fonds zahlreiche Vorteile gegenüber den aktiv gemanagten aufweisen. In den USA erkennen das immer mehr Investoren, wie neue Zahlen zeigen. Laut dem Marktforschungsunternehmen Morningstar wurden im Jahr 2015 mehr als 207 Milliarden US-Dollar aus aktiv gemanagten Investmentfonds herausgenommen. Das hat aber offensichtlich nichts damit zu tun, dass der Fondsbranche allgemein misstraut wird. Denn gleichzeitig flossen in passiv gemanagte Fonds ganze 413 Milliarden US-Dollar. Die Mittel werden also zugunsten der Indexfonds verlagert.

Laut den Morningstar-Zahlen wurden allein 169 Milliarden Dollar aus Fonds abgezogen, bei denen die Aktien aufgrund einer individuellen Analyse ausgewählt werden. Solche Abflüsse gab es seit der Finanzkrise im Jahr 2008 nicht mehr. Gleichzeitig meldet die amerikanische Fondsgesellschaft Vanguard bei ihren Indexfonds Zuflüsse im vergangenen Jahr von 236 Milliarden Dollar. Insgesamt verwaltet Vanguard 3,3 Billionen Dollar, davon stecken knapp 70 Prozent in passiv gemanagten Fonds. Im Übrigen berichten auch andere Vermögensverwalter von einer verstärkten Nachfrage nach passiven Anlagemöglichkeiten.

In Europa wurden übrigens 75 Milliarden Euro in ETFs investiert, für Deutschland gibt es noch keine offiziellen Zahlen. Doch Experten sind davon überzeugt, dass die ETFs weiterhin einen Boom erleben werden. Bis 2020 wird eine Verdoppelung der ETF-Investitionen vorhergesagt.

Anleger wollen Erfolge sehen für ihr Geld

Die Gründe dafür dürften zu einem Großteil in den Kosten liegen. Im Jahr 2015 waren es in Deutschland durchschnittlich 1,5 Prozent für Verwaltungskosten, was die gewaltige Summe von 2,5 Milliarden Euro bedeutet. Nun haben die Anleger offensichtlich keine Lust mehr, haufenweise Geld in den Rachen von Fondsmanagern zu werfen, die am Ende nicht die erwartete Leistung bringen.

Das wird auch von Zahlen belegt: Nach Morningstar-Angaben erreichten in den ersten zehn Monaten des Jahres 2015 nur 40 % der aktiv gemanagten Aktienfonds ihre jeweiligen Vorgaben hinsichtlich der angekündigten Rendite. Noch finsterer entwickelten sich die Rentenfonds. Hier haben es nicht einmal 25 % der Fondsmanager geschafft, die versprochenen Gewinne zu erwirtschaften.

Für die Anleger sind zudem Anlagestrategien in den Hintergrund gerückt zugunsten der Abbildung eines bestimmten Referenzindex – wie oben genannte Zahlen zeigen. Sie haben einfach gemerkt, dass noch so viel analysiert und verschoben werden kann: Am Ende wird abgerechnet und da sieht’s auf dem Konto der Fondsmanager ziemlich mies aus. So verlieren immer mehr Anleger das Vertrauen in die Fähigkeiten von hoch bezahlten „Finanzexperten“. Auch haben vermutlich viele erkannt, dass diese in erster Linie ihr eigenes Schäfchen bzw. das ihres Arbeitgebers ins Trockene bringen wollen. Denn Fondsmanager beraten häufig nicht individuell und personenbezogen, sondern vielmehr ausgerichtet auf ihren eigenen Gewinn. Sie können durchaus viel über die Finanzmärkte wissen, ihre Kenntnisse aber dennoch nicht zugunsten der Kunden einsetzen.

Finanzberatung – unabhängig, fair und individuell

Das ist bei einem unabhängigen Honorarberater vollkommen anders. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Finanzberater großen Wert auf Unabhängigkeit legen – und zwar ganz im Sinne ihrer Kunden. Denn sie sind selbstständig und leben vom Erfolg und der Zufriedenheit ihrer Kunden. Anders als Banker bekommen sie nämlich ihr Geld nicht von den jeweiligen Gesellschaften, sondern vom Auftraggeber und handeln somit in ihrem Auftrag.

Wichtig

So kann es auch nicht passieren, dass Geldanlagen aufgrund von Provisionen empfohlen werden, denn der Honorarberater wählt aus einem vielfältigen „Topf“ ganz unterschiedlicher Investitionsmöglichkeiten. Das garantiert Ihnen eine hohe Sicherheit in Hinblick auf eine unabhängige, faire und ehrliche Beratung. Zudem wird in einem oder mehreren Gesprächen geklärt, was Ihre persönlichen Bedürfnisse und Ziele sind und die Finanzplanung individuell daran ausgerichtet.