
Uwe Redler
Redakteur
Ein schwirrender Kopf, das Gefühl, gerade eine riesengroß e Aufgabe bewältigt zu haben. Kennen Sie dieses Gefühl auch, wenn Sie mit Ihrem Versicherungsmakler gesprochen haben oder Sie Ihre erst abgeschlossene Riester-Renten-Vertragsregeln anschauen?
Dieses Fachchinesisch für Versicherungskaufleute, lässt so manchen versierten Geschäftsmann oder Handwerker gerne mal ins Grübeln kommen.
Gut, dass es da die sogenannten Beipackzettel für Versicherungen gibt. Diese sind gesetzlich vorgeschrieben und Pflicht für jedes Versicherungsprodukt und Anlageprodukt. Auch für die DWS Riester-Rente, das liebste Kind der meisten Versicherungsberater, wenn es um die Altersvorsorge von Mann, Frau oder Kind geht.
Überschaubar und nachvollziehbar ist in diesem Produktinformationsblatt für den Versicherungsnehmer der DWS Riester-Rente Inhalte und Arbeitsweise des fondsgebundenen „Rentenvertrages“ erklärt.
Und gerade der Beipackzettel für die DWS Riester-Rente wirft jetzt bei einigen Versicherungsnehmern und auch Beratern einige Fragen auf.
seine Funktionsweise,
die Art des Finanzinstrumentes,
die damit verbundenen Risiken,
die Aussichten für die Kapitalrückzahlung und Erträge unter verschiedenen Marktbedingungen und
die mit der Anlage verbundenen Kosten
So weit, so gut. Wäre nicht bei der Kostenentwicklung der DWS Riester-Rente eine mögliche Variable von null bis hundert Prozent vorhanden. Was im Prinzip heiß t, dass die laufenden Kosten des DWS Riester-Renten-Fonds nicht kalkulierbar sind.
Auch ein garantierter Rentenfaktor wird beim zweiten Blick auf den Beipackzettel für die DWS Riester-Rente vermisst. Hinzu kommt, dass der Versicherungsnehmer die aktuellen laufenden Kosten nur schwer erkennen kann.
Kurz, die DWS Riester-Renten Kosten lassen sich nicht im Voraus bestimmen.
Ganz einfach: Die DWS integriert die eigenen Produkte in die Riester-Rente, und zwar die hauseigenen Fonds als Dachfonds. Natürlich kann sich die Rendite auch hier jederzeit verändern. Um den Kunden darauf vorzubereiten, dass die Kapitalerträge der Fonds während der Laufzeit der DWS Riester-Rente nicht zwingend als Plus für den Versicherungsnehmer zu verrechnen sind, steht im Beipackzettel unter der Rubrik Verwaltungskosten:
„Verwaltungskosten der Investmentfonds 0 -1 00 % p.a. des Kapitals“, somit sichert die DWS Riester-Rente ihre Kosten im Notfall mit dem vollen Kapital ihrer Kunden ab.
Unterm Strich gesehen heiß t das, dass zumindest aus dem Fondsanteil der DWS-Riester-Rente nicht kalkulierbare Kosten zu erwarten sind. Genauso wie bei der DWS nicht klar ist, wie viel Kapital letzten Endes für die Rente vorhanden ist. Was die DWS-Riester-Rente nicht unbedingt zu den Top-Favoriten für eine gute Altersvorsorge macht. So löst der aktuelle Beipackzettel der DWS Riester-Renten zu Kosten sowohl bei Verbrauchern, als auch einigen Beratern eine ausgesprochen kontroverse Diskussion aus.
Wo genau die Streitpunkte sind und warum die DWS Riester-Renten-Kosten nicht offensichtlich sind, soll im Folgenden erläutert werden.
Kritiker der DWS Riester-Rente-Kostenentwicklung schieben den Verkaufserfolg und die Beliebtheit der Police auf ein ausgeklügeltes Marketingkonzept des Hauses DWS (die DWS/DeutscheAM Gruppe ist aufgrund verwaltetem Fondsvermögen der größ te deutsche Anbieter von Wertpapier-Publikumsfonds). Fachzeitschriften und Online-Foren bewerten die fondsgebunden und in zwei Teile gesplittete Riester-Renten-Variante als schlaue Altersvorsorge.
Im Beipackzettel der DWS Riester-Rente werden einige Kosten sehr transparent und weitgehend nachvollziehbar aufgezeigt.
Abschlusskosten: 2,5 %, sind absolut marktüblich und damit bei der DWS nicht ungewöhnlich. Vor allem den Vermittlern kommt das entgegen. Deshalb ist die DWS Riester-Rente so beliebt bei Versicherungskaufleuten. In den Kosten der DWS Riester-Rente ist eine ähnliche Provision wie bei Lebens- und Rentenversicherungen für den Vermittler drin. Das ist bei anderen Fondssparplänen in der Regel nicht der Fall.
Kosten bei Nachzahlungen und Zulagen liegen bei 2,3 Prozent, auch das ist nicht unüblich bei den DWS Riester-Renten Kosten, unterscheidet sie aber nicht von anderen ähnlichen Verträgen.
Stückkosten pro Jahr schlagen mit einer Kosten-Flatrate von 18 EUR zu Buche. Diese DWS Riester-Renten Kosten werden jedoch an den Verbraucherpreisindex angepasst und sind variabel. Dazu kommt, dass die Stückkosten immer eine hohe Belastung für kleine Verträge darstellen. Gerade Anhängselverträge von Ehepartner leiden spürbar unter dieser Regelung. Das heiß t, die Kosten-Flatrate ist bei der DWS Riester-Rente nicht unbedingt günstig.
Der Anbieter darf vertraglich nur folgende Kosten berechnen:
insgesamt
1.704,25 Euro
Prozentsatz Ihrer eingezahlten Beiträge
max. 2,50% der laufenden Beiträge. Auf Sonderzahlungen und Beitragserhöhungen werden max. 2,30% berechnet.
Prozentsatz der Zulagen
max. 2,30%
Vorraussichtl. insg. im ersten vollen Vertragsjahr
48,19 Euro
Verwaltungskosten der Investmentfonds
0 – 100% p.a. des Kapitals
aktuelle Kostenbelastung
0,21% – 1,77% p.a. des Kapitals
0 – 100,00 Euro pro angefangenem Kalenderjahr
Aktuelle Kostenbelastung
18,00 Euro pro
angefangenem Kalenderjahr
Die Verwaltungskosten der Investmentfonds enthalten u.a. den Steueraufwand, die Drittfondskosten und die Vergütung für Wertpapierleihe. Diese Kosten und die steuerlichen und rechtlichen Vorschriften können sich zukünftig ändern.
Wir weisen daher eine maximale Kostenbelastung von 100 % aus. Die aktuelle Kostenbelastung (Dezember 2016) liegt zwischen 0,21 % (DWS Euro Reserve) und 1,77 % (DWS Vorsorge Premium) und kann sich jährlich ändern. Die jährliche Depotgebühr ist an einen Verbraucherpreisindex gekoppelt (siehe „Hin-weise auf die Kosten“ im Antragsformular) und kann sich zukünftig ändern.
Die zukünftige Höhe der Depotgebühr lässt sich nicht exakt prognostizieren, daher geben wir einen Maximalwert von 100,- Euro an.
Kosten der Fonds von 0,21 % bis 1,77 % pro Jahr laut Aussage des aktuellen Beipackzettels der DWS Riester-Rente (Diese sind jedoch viel höher, da nur die TER genannt wird). Eine Änderung ist allerdings jederzeit möglich. Auf eine mögliche Doppelbelastung weist der Anbieter hin, in welcher Höhe allerdings nicht. DWS Riester-Renten Kosten, die nicht festgeschrieben sind.
Weitere Fondskosten für Zielfonds des Dachfonds und Unterfonds der DWS – spätestens hier steht der Versicherungsnehmer als Laie auf verlorenem Posten. Auch hier werden prozentual wieder Verwaltungskosten fällig. Und teilweise sogenannte Kick-Back-Provisionen. DWS Riester–Rentenkosten, die der Endkunde so nicht wahrnimmt.
Sogenannte Transaktionskosten im Bereich der Fondskosten sind gar nicht von der DWS aufgelistet. Fakt ist: Soll diese Riester-Rente Kapital über die Investmentfonds bringen, muss gehandelt werden. Und das Einkaufen und Verkaufen der Fonds beinhaltet Gebühren. Wie hoch diese sind, kann nicht erkannt werden. Auch hier gibt es wieder versteckte DWS Riester-Renten Kosten.
So kann von einer durchschnittlichen Belastung durch Verwaltungskosten von mindestens 1,5 % der DWS Riester-Rente ausgegangen werden. Transaktionskosten der aktiv gemanagten Fonds können im Schnitt mit 1,5 % auf die Rechnung der DWS Riester-Renten Kosten gesetzt werden. (Vorsorge Dachfonds 1,9 % + ca. 1,5 % Kosten Zielfonds + ca. 1,5 % durchschnittliche Transaktionskosten auf Zielfondsebene = 4,9 % Gesamtkostenbelastung). Wenn Sie eine Inflation von 2,5 % annehmen, dann müsste die DWS Riester-Rente jedes Jahr 7,4 % erwirtschaften, damit Sie „plus minus null“ riestern können.
Würde die DWS Riester-Rente ihre Kosten in einer Gleichung transparenter aufschlüsseln, käme eine Gesamtkostenbelastung von geschätzten 4,9 Prozent als Ergebnis heraus. Diese Erkenntnis macht die DWS Riester-Renten Kostenrechnung im Verhältnis zu anderen Anbietern und Altersvorsorgevarianten zu einer kostspieligeren Option, wie von den Versicherungsnehmern erhofft.
Die DWS Riester-Rente kann vereinfacht gesagt in zwei Hauptteile eingeteilt werden. Der Police, die in diverse Investmentfonds investiert. Dabei das eingezahlte Kapital nutzt und später zum Renteneintritt die monatliche Leibrente zur Verfügung stellt. Einen garantierten Rentenfaktor, der sich klassisch an den 10.000 Euro angespartes Kapital orientiert und dann hochgerechnet werden kann, sucht der Versicherungsnehmer vergeblich in seinen Vertragsregularien zur DWS Riester-Rente.
Der Grund ist so simpel, wie verwirrend zugleich. Die DWS Riester-Rente arbeitet mit Ihrem Kapital. Sie handelt Fonds auf unterschiedlichen Ebenen. Da die Rendite von der DWS nicht garantiert werden kann, ist auch eine Rentenberechnung nicht möglich.
Kommen Sie in Ihren wohlverdienten Ruhestand, kauft die DWS Riester-Rente bei von ihr favorisierten Rentenversicherern eine Leibrente für Sie ein. Natürlich verwendet der Konzern das bis dahin erwirtschaftete Kapital in quasi unbekannter Höhe. Zu welchen Konditionen lässt sich Jahrzehnte im Voraus aber auch nicht so hundertprozentig bestimmen.
Abschluss- und Vertriebskosten während der Auszahlungsphase stehen noch nicht fest. Sie werden zu Beginn der Auszahlungsphase festgelegt.
Die Verwaltungskosten während der Auszahlungsphase stehen noch nicht fest. Sie werden zu Beginn der Auszahlungsphase festgelegt.
Anbieterwechsel / Kündigung mit Auszahlung
Kapitalverwendung für eigengenutzte Immobilie
Versorgungsausgleich
0,00 Euro
Kein Rentenfaktor, keine garantierte Rente und jede Menge unbekannter Variablen bei der DWS Riester-Rente. Klar ist aber, der Kauf einer Leibrente bei einem anderen Versicherer muss Kosten verursachen. Die gibt es schließ lich nicht umsonst. Und wie hoch sind diese bei der DWS Riester-Rente? Auch hier findet der Kunde keine genauen Angaben.
Was ist eigentlich ein Rentenfaktor?
Ein Rechenumschichtungsmodell sichert die Garantie bei der DWS Riester-Rente.
Ein Computer berechnet, wie hoch der Anteil am Aktienfonds sein darf, damit der eingezahlte Beitrag des Kunden gesichert wird. Je nachdem, ob die Aktienkurse steigen oder fallen, berechnet das Programm, wie viele Anteile in Aktienfonds und wie viel in den Sicherheitsanteil umgeschichtet werden müssen. Das System arbeitet also prozyklisch. Damit wird gewährleistet, dass zum Ende der Laufzeit mindestens die eingezahlten Beiträge als Kapital vorhanden sind.
Durch das ständige Umschichten der Anteile entstehen höhere Transaktionskosten. Diese Kosten der DWS Riester-Rente werden in allen Beispielrechnungen für die gute Rendite der Fonds nicht berücksichtigt.
Zusätzlich muss mit hohen Market-Impact-Kosten gerechnet werden. Da groß e Mengen an Aktien teils schnell verkauft oder gekauft werden. Ebenfalls Ausgaben, die sich in der DWS Riester-Renten Kostenbilanz bei genauer Betrachtung negativ auswirken.
Somit sind Garantien hier niemals umsonst. Entweder muss mehr in die Riester-Rente eingezahlt werden oder es wird im Rahmen eines Sicherungskonzeptes darauf hingewiesen, dass die Rendite durch die Garantie gemindert wird.
Auf jeden Fall wieder Kosten, die der Verbraucher bei Vertragsabschluss der DWS Riester-Rente in nicht kalkulierbarer Höhe entweder nicht erkennt oder eben akzeptieren muss, wenn er mit der DWS „riestern“ will.
Riester Verträge müssen eine Garantie beinhalten. Aufgrund der langen Laufzeit ist es fraglich, ob eine derartig renditeverschlingende Maß nahme überhaupt kundenorientiert ist. Letzten Endes kann für diese DWS Riester-Renten Kosten der Anbieter nicht allein verantwortlich gemacht werden. Der Gesetzgeber hat damit zur Sicherheit der Kunden definitiv eine regelrechte „Verschlimmbesserung“ erreicht.
Die DWS Riester-Rente ist nüchtern betrachtet sicher nicht eine der schlechtesten Anbieter für Fondssparpläne und fondsgebundene Versicherungen. Wer gerne etwas pokert, kann über Jahrzehnte hinweg sicher auf seine Kosten kommen bei der DWS – in jeglicher Hinsicht. Fakt ist jedoch, dass eine Rentenauszahlung vorhanden und garantiert ist. Nur die Höhe ist bis zum Zeitpunkt der Zuteilung des Vertrages ungewiss.
Der unabhängige Finanzberater kann Ihnen bei der Suche einer geeigneten Riester-Rente oder alternativen Altersvorsorge einige solide Produkte auf dem Finanzmarkt empfehlen und kann Ihnen Wege aus einem nicht rentablen Produkt zeigen. Sprechen Sie uns einfach an!
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