so-erkennen-sie-einen-guten-finanzberater-honorarberater

So erkennen Sie einen guten, unabhängigen Finanzberater (Honorarberater)

Nachdem wir geklärt haben, welche Vermittlertypen es in Deutschland gibt, wissen Sie: Finanzberater, die gleichzeitig Versicherungen und Finanzprodukte vermitteln können, sind der ideale Partner für Ihre finanzielle Lebensplanung.

Doch woran erkennen Sie, ob der Finanzberater Sie wirklich so berät, wie es für Ihre persönlichen Finanzen am günstigsten und ertragreichsten für Sie ist? Wie können Sie Vertrauen gewinnen, das ja gerade beim Thema Geld enorm wichtig ist?

Ich habe einige Aspekte zusammengetragen, anhand derer Sie Ihren jetzigen bzw. künftigen Finanzberater auf Herz und Nieren prüfen können.

Hand mit Visitenkarte Finanzberater Datei: #28128706 | Urheber: Ralph Maats @fotolia.com

Datei: #28128706 | Urheber: Ralph Maats @fotolia.com

Weiterempfehlung – gut, aber dennoch überprüfenswert

„Kennst du schon den neuen Italiener um die Ecke – da MUSST du einfach hingehen.“ Empfehlungen dieser und ähnlicher Art sind ganz alltäglich. Sie sind vertrauenserweckend, überzeugend und in den allermeisten Fällen auch zutreffend. Das gilt natürlich ebenso, wenn Ihnen ein Familienmitglied, Freund oder Bekannter einen Finanzberater empfiehlt. Auf diese Weise erhalten Sie einen sehr guten Anhaltspunkt – auch wenn Sie letztlich dennoch genauer hinsehen sollten.

 

Denn wie beim italienischen Restaurant ist eine Empfehlung keine endgültige Garantie dafür, dass der Finanzberater wirklich der Passende für Sie persönlich ist. Zum einen kann der Bekannte nur aus seiner subjektiven Sicht eine gute Beratung erhalten haben. Oder er hat schlicht einen Fehler bei der Auswahl gemacht. Zudem passt nicht jeder Berater zu jedem Menschen.

Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich selbst ein Bild von dem empfohlenen Finanzberater machen. Betrachten Sie dazu genau seinen „Typ“ – ist er Vertreter, Versicherungsmakler, Bank“verkäufer“ oder ein echter Finanzberater?

Wichtig

Die Unterschiede habe ich im anfangs erwähnten Text erläutert.

Siehe hier: https://unabhaengiger-finanzberater.de/welcher-vermittlertyp-verdient-ihr-vertrauen-wirklich/

Wann sollte ich stutzig werden?

Wenn der vermeintliche Berater zu einem Strukturvertrieb gehört. Diese sind hervorragend geschult, ihre Kunden zu Empfehlungen zu überreden. Schnell ist Ihre Telefonnummer weitergegeben, ohne dass es der Empfehlungsgeber eigentlich wirklich wollte. In diesen Fällen sollten Sie besonders wachsam sein und vor Vereinbarung eines Termins genaue Informationen einholen. Letztlich rate ich Ihnen allerdings davon ab, sich überhaupt auf ein Überredungsgespr… pardon „Beratungs“gespräch einzulassen.

Bewertungsportale – sehr guter Einstieg

Bevor sie etwas kaufen, informieren sich mittlerweile viele Menschen vorher darüber, was andere von dem Produkt halten. Das können Sie mit Ihrem Finanzberater genauso machen. Es gibt zahlreiche Bewertungsportale im Web, auf denen Sie sich informieren können. Und eines ist schon mal klar: Wer sich so öffentlich bewerten lässt, der hat nichts zu verbergen. Es beweist, dass derjenige transparent und offen mit seiner Tätigkeit umgeht. Denn immerhin besteht die Gefahr, bei einer Bewertung mal nicht so gut wegzukommen.

Zu den Bewertungsportalen im Internet gehören beispielsweise kennstdueinen.de, ormigo.com oder whofinance.de. Hier werden die Einträge geprüft und auf authentische und ehrliche Aussagen geachtet. Allerdings darf sich auf den Portalen jeder Vermittler eintragen. Also auch die gebundenen Vertreter oder Verkäufer von Strukturvertrieben. Deshalb gilt auch hier: Augen auf bei der Finanzberaterwahl. Prüfen Sie vorher genau, um welchen Vermittlertyp es sich handelt und ob der- oder diejenige Sie wirklich unabhängig beraten kann und wird. Denn auf den Bewertungsportalen wird nicht geprüft, wie fähig und/oder objektiv der Finanzberater arbeitet und welchen Status er hat. Natürlich erfahren Sie auch nichts über die Produktauswahl.

Dennoch bieten die Bewertungsportale einen sehr guten Einstieg bei der Suche nach dem passenden unabhängigen und kompetenten Berater. Auf diese Weise können Sie sich einen Eindruck über den bewerteten Finanzberater machen. Nehmen Sie sich ruhig die Zeit und lesen Sie die Bewertungen durch – auch zwischen den Zeilen.

Dabei achten Sie z.B. auf folgende Aussagen:

•    Erklärt der Finanzberater die Themen verständlich und kompetent: „Beratung kompetent, ausführliche, detaillierte Unterlagen“ oder „Nimmt sich Zeit und berät erstklassig auch für einen Laien.“

•    Ist der Finanzberater zuverlässig und umgänglich: „Herr R. hat alle Aussagen, die er gemacht hat, eingehalten“ oder „Immer erreichbar und freundlich.“

•    Geht er auf die jeweiligen Bedürfnisse ein: „Die gesamte Familie fühlt sich von Herrn R. ausgezeichnet beraten und betreut.“ oder „Ich fühle mich bei ihm bestens beraten und in guten Händen.“

•    Bleibt der Finanzberater immer neutral: „Herr R. drängte mich nicht dazu, ein von ihm vorgeschlagenes Versicherungsunternehmen zu wählen“ oder „Herr R. hat … nie probiert, mir weitere Produkte zu verkaufen.“

•    Besteht eine längere Zusammenarbeit: „Herr R. betreut mich seit 2008“ oder „Herr R. betreut uns schon seit mehr als 5 Jahren.“

•    Werden die gewünschten Ziele erreicht: „Selbe Versicherung, selber Schutz, 3868,18 € weniger zahlen.“ oder „Bei gleicher Versicherung mit selben Leistungen spare ich nun 1050,42€ im Jahr ein!“

•    Wie viele unterschiedliche Produkte werden von den einzelnen Bewertern genannt: Krankenversicherung, finanzielle Gesamtplanung, Immobilienfinanzierung, Fonds, Unfallversicherung, Analyse bestehender Versicherungen, Haftpflicht, Rechtsschutz usw.

Ausbildung – umfassendes Studium ist notwendig

Bis zum Jahr 2007 durfte jeder Versicherungen vermitteln. Heute ist zwar dafür der Nachweis einer Ausbildung notwendig, doch diese ist recht einfach zu bekommen. Eine Sachkundeprüfung bei der IHK reicht dafür schon aus. Meiner Meinung ist das zwar ein guter Ansatz, aber noch nicht ausreichend für wirklich fachkundige Finanzberatung.

Wesentlich fundierter ist da schon eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann. Doch auch das geht nach meiner Auffassung noch besser – MUSS besser gehen. Denn gerade auf dem Gebiet der Versicherungen und Finanzen ist vielfältiges Wissen gefragt. Hierfür ist ein umfassendes Studium notwendig – beispielsweise über den „Fachwirt für Finanzberatung (IHK)“, den Certified Fee Based Financial Advisor (CFBFA), den Master Consultant in Finance (MFC) oder weitere hochwertige Ausbildungen. Nur so ist eine ganzheitliche Beratung überhaupt möglich. Informieren Sie sich also über die Ausbildungen des Finanzberaters.

Wichtig ist zudem, wie es in Sachen Weiterbildung aussieht. In Sachen Versicherungen und Geldanlagen gibt es immer wieder neue Produkte oder Änderungen von Tarifen und Gesetzen. Ist der Finanzberater darüber stets auf dem Laufenden? Das können Sie u.a. daran erkennen, was er in seinem Blog oder auf seiner Website schreibt. Auch im persönlichen Gespräch können Sie heraushören, wie „up to date“ der Finanzexperte wirklich ist. Denn Ihnen nutzt kein noch so erfahrener Berater, wenn er sich auf alten Erfolgen ausruht, sich aber nicht weiterentwickelt.

Erfahrung – alter Hase mit frischem Geist

Apropos Erfahrung: Auch die ist natürlich wichtig im Finanzgeschäft. Sicher – jeder muss mal anfangen. Achten Sie aber darauf, dass nicht gerade Sie zum „Versuchskaninchen“ eines Jungspundes werden. Anfänger oder Quereinsteiger – auch mit den besten Absichten – sollten ihre ersten Sporen unter den Fittichen einer entsprechenden Institution verdienen, bevor sie auf die Menschheit losgelassen werden. Schauen Sie sich also die Vita des Finanzberaters genau an. 

Gleichzeitig sollte der Berater kein „Betonkopf“ sein. Manchmal kann die langjährige Tätigkeit in einer Branche auch zu Betriebsblindheit führen. Das ist ebenfalls äußerst ungünstig. Denn was vor 20 Jahren gut war, kann heute geradezu fahrlässig sein in Sachen Finanzplanung. Deshalb ist – wie schon beschrieben – die Weiterbildung ein wichtiger Aspekt. Sicherlich können Sie auch anhand der Referenzen in den Bewertungsportalen erkennen, ob Sie es hier mit einem „alten Hasen mit frischem Geist“ zu tun haben. Das wäre zumindest äußerst wünschenswert. Verbinden sich in dem Fall doch die genauen Kenntnisse der Branche mit neuen Innovationen. Klar ist, dass Ihnen Pseudo-Makler, die nur mit einer oder wenigen Gesellschaften zusammenarbeiten, keine unabhängige Beratung bieten.

Außendarstellung und Erstgespräch

Eindrücke sammeln

Wie modern jemand denkt und handelt, erkennen Sie auch an seinem Außenauftritt. Hat er eine Website? Und wie ist diese gestaltet? Bietet er zusätzlich einen Blog an? Letzteres sagt beispielsweise viel über die Bereitschaft des Finanzberaters aus, sein Wissen transparent und offen weiterzugeben – und zwar kostenlos. Zudem können Sie bereits erste Eindrücke über die Vorgehens- und Denkweise gewinnen und erkennen, ob Sie zusammenpassen.

Schauen Sie sich auch die Internetseite genau an. Welchen Eindruck macht diese auf Sie? Wirkt sie eher verstaubt und lieblos oder zeitgemäß und engagiert gestaltet? Wenn der Finanzberater nicht mit den modernen Entwicklungen arbeitet wie Internet, Social Media etc., dann lässt dies leicht die Schlussfolgerung zu, dass er in vielerlei Hinsicht nicht auf dem neuesten Stand ist. Wollen Sie mit einem Finanzberater arbeiten, der die Zeichen der Zeit verschläft? Diese Frage können nur Sie selbst beantworten.

Wichtig

Im ersten Gespräch selbst können Sie noch mehr über Ihr Gegenüber erfahren: Womit beschäftigt er sich aktuell? Berät er auch auf Honorarbasis an? Bietet er Ihnen neben klassischen Versicherungsverträgen auch andere Finanzprodukte an? Spricht er fachchinesisch oder verstehen Sie, wovon er redet? Geht es bei ihm auch um eine komplette Finanzplanung statt nur um einzelne Produkte?


Aber hier sind wir bereits bei einem neuen Thema: Wie arbeitet ein guter Finanzberater?

Wenn Sie Fragen oder abgerungen haben, melden Sie sich einfach bei uns! Wir helfen Ihnen gerne weiter, Vorort oder auch telefonisch.

 

Wie können wir Sie unterstützen?
unabhängige Anfrage