Deutsche Rentner werden immer ärmer

  Eine Fotoaktion, bei der sich Promis als alte Menschen schminken und fotografieren lassen, soll auf verarmte alte Menschen hinweisen. Der „Armutsbericht 2016“ zeigt erschreckende Tendenzen auf. Die CDU würde die Altersarmut lieber unter den Tisch fallen lassen – jedenfalls vor den Wahlen. Bei all dem muss man sich schon fragen, ob man wirklich alt werden möchte.   Rentenhaushalte überdurchschnittlich von Armut betroffen   Eine Ausstellung in Düsseldorf zeigte im August 2016 prominente Menschen auf alt zurechtgemacht – traurig, deprimiert und sorgenvoll schauen Axel Prahl, Dunja Hayali oder Kai Wiesinger aus ihren runzligen Gesichtern. Mit dieser Aktion soll auf die Problematik der Altersarmut aufmerksam gemacht werden. Die Fotos sollen verkauft werden und aktiv Menschen helfen, die bereits jetzt kaum noch finanzielle Mittel zum Überleben haben.   Schlimm, dass es so weit gekommen ist. Deutschland wird momentan in der Liste der reichsten Länder der Welt an Platz 18 geführt. Dennoch sind wir nicht in der Lage, allen Menschen hier einen angemessenen Wohlstand zu bieten. Vor allem Rentner, die ihr ganzes Leben gearbeitet und für den Reichtum unseres Landes gesorgt haben, müssen nun ihren Ruhestand in Sorge und Mangel verbringen.   Der aktuelle Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes nennt 12,5 Millionen Deutsche, die von Armut betroffen sind. Davon sind 3,4 Millionen Rentner. Und gerade in dieser Gruppe ist die Armutsquote besonders rasch angestiegen: Seit 2005 zeigte sich eine Steigerung um 46 Prozent. Damit stieg bei den Rentnern die Armut zehnmal stärker an als beim Rest der Bevölkerung. Rentnerhaushalte sind mit 15,6 % in Deutschland überdurchschnittlich von Armut betroffen.   Drohende Lawine der Altersarmut durch sinkendes Rentenniveau   Hinzu kommt laut dem Verband noch eine weitere alarmierende Entwicklung: Ältere Menschen sind mehr und mehr auf die Grundsicherung angewiesen. Diese Grundsicherung beträgt – wie bei Hartz IV – für Alleinstehende 382 Euro und für Paare 690 Euro im Monat. Die Zahl der Betroffenen hat sich diesbezüglich in elf Jahren nahezu verdoppelt. Von 258.000 Rentnern im Jahr 2003 auf rund 512.000 Rentner in 2014.   Die genannten Zahlen sind nur „Vorboten einer Lawine der Altersarmut“, wie der Geschäftsführer des Verbandes warnt. Er glaubt, dass in den nächsten 10 bis 20 Jahren immer mehr alte Menschen verarmen werden. So würde laut Verbandsschätzungen die Zahl der Menschen, die eine Grundsicherung benötigen, sich auf eine Million verdoppeln. Denn viele ältere Menschen leben schon jetzt hart an der Armutsgrenze. Die sogenannte „verdeckte Armut“ ist ebenfalls häufig verbreitet: Viele beantragen aus Scham oder Angst, dass ihre Familie für sie zahlen muss, keine finanziellen Hilfen.   Zudem spricht der Verband von einem Sinkflug des Rentenniveaus. Dieser sinkende Rentenwert sei, so hieß es, politisch veranlasst. Das Rentenniveau wird laut den Voraussagen bis 2030 von zur Zeit etwa 47 % auf 43 % absinken. Damit wäre dann der endgültige Tiefpunkt erreicht, denn das entspricht dem momentanen Mindestsicherungsniveau. Außerdem hinken die Rentenerhöhungen weiterhin seit Jahren der Lohnentwicklung hinterher.   Gefordert wird die Stabilisierung des Rentenniveaus und das Anheben auf 50 %. Zudem müsse die Altersvorsorge sich wieder lohnen. Von Freibeträgen zusätzlich zur Grundsicherung ist da die Rede oder von höheren Leistungsansprüchen von Menschen mit Erwerbsminderung.   Altersarmut passt nicht in den Wahlkampf   Auch der Bundesregierung ist das Problem der Altersarmut natürlich bekannt – quer durch alle Parteien wird ein massiver Anstieg der Altersarmut befürchtet.   Von der Bundesarbeitsministerin Nahles heißt es in dem Zusammenhang, dass die Riester-Rente die hochfliegenden Erwartungen nicht erfüllt habe. Gleichzeitig behauptet sie, dass die gesetzliche Rente „wesentlich robuster und wetterfester als die private Konkurrenz“ sei. Hört die sich eigentlich selber zu beim Reden?   CSU-Chef Seehofer findet da schon wesentlich klarere Worte, indem er die Riester-Rente für „gescheitert“ erklärt. Er glaubt, dass etwa die Hälfte der Bevölkerung in der Sozialhilfe landen wird. Nicht das ich ein großer Fan von ihm wäre – aber da hat er eindeutig Recht. Seine Idee, die Altersbezüge wieder zu erhöhen, sehe ich allerdings mit gemischten Gefühlen. Sind die Rentenkassen doch schon jetzt voller Lücken.   Prompt äußerte sich CDU-Politiker Spahn im Spiegel auch dagegen: Wer „jetzt mal eben das Rentenniveau anheben will, bekommt kurzfristig Applaus, verschärft aber die Probleme massiv. Das wird dann richtig teuer.“ Auch andere Politiker sprechen sich gegen ein „drittes großes Rentengeschenk“ aus oder warnen vor „Mehrausgaben bei den Sozialleistungen“.   Sie sehen: Die Damen und Herren Politiker haben keine echten Lösungen parat. Außer der hier von der CDU: Das Thema Altersarmut lieber aus dem Wahlkampf rauszulassen. Na sauber – kann ich da nur sagen.   Verlassen Sie sich besser nur auf sich selbst   Für mich tun sich aus all dem Geschilderten drei wichtige Gedanken auf:  
  1. Den verantwortlichen Politikern würde ich keinen Millimeter weit trauen. Gerade erst hat sich die Bundesregierung noch gefeiert für die größte Rentenanpassung seit 23 Jahren. Wenn man den o.g. Armutsbericht anschaut, liest sich das aber alles ganz anders. Die letzten Rentenerhöhungen scheinen vor allem drei Funktionen zu haben: Sie lassen die Arbeitnehmer für höhere Rentenbeiträge noch mehr schuften, reißen immer größere Löcher in die Staatskassen und dienen den Politikern als Alibi für ihre „Großzügigkeit“ gegenüber den deutschen Rentnern. Was für ein Spiel läuft hier eigentlich?
 
  1. Gleichzeitig wollen die meisten Politiker keine weiteren Rentenerhöhungen. Als „Rentengeschenk“ wird es sogar bezeichnet – so als wären wir alle Bittsteller und hätten nicht etwa berechtigte Ansprüche auf angemessene Rentenzahlungen. Sollte ein Politiker höhere Renten fordern oder gar ankündigen, dann ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit nur Wahlkampfgerede von einigen verirrten Politikern – denn offensichtlich soll das Thema lieber verschwiegen und ausgesessen werden.
 
  1. So lange jetzt noch die Möglichkeit für Sie besteht, sollten Sie sich nicht auf irgendwelche Regelungen von Politikern verlassen. Nehmen Sie Ihre Altersvorsorge lieber selbst in die Hand. Ein unabhängiger Finanzberater kann hierbei äußerst hilfreich sein und Ihnen einen individuellen und auf ihre persönliche Lebensplanung abgestimmten Finanzplan zusammenstellen. Wenn Sie nur darauf warten, dass „die da oben“ etwas für Sie tun, werden Sie das garantiert bitter bereuen – spätestens dann, wenn Sie selber Rentner sind.
      https://www.report-d.de/Duesseldorf/Aktuelles/Fotoaktion-zur-Altersarmut-im-Duesseldorfer-Rathaus-auf-den-2ten-Blick-63105 https://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/die-haelfte-liegt-in-europa-das-sind-die-29-reichsten-laender-der-erde_H982729261_259060/ https://www.der-paritaetische.de/armutsbericht/pressekonferenz-2302/?layout=cybpkzxmxvkhswi https://www.heute.de/armutsbericht-2016-paritaetischer-wohlfahrsverband-warnt-vor-lawine-der-altersarmut-42398116.html https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/04/17/bundesregierung-macht-sich-sorgen-um-die-sicherheit-der-rente/ https://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/so-kommentiert-deutschland-rentenreform-die-wahrheit-ist-dass-das-gesamte-rentensystem-zum-scheitern-verurteilt-ist_id_5431565.html https://www.biallo.de/soziales/soziales/grundsicherung-im-alter-wer-bekommt-sie-und-wieviel-gibt-es.php